Geschichte2016-12-08T11:08:25+00:00

Zur Geschichte

Als Evangelist des Missionswerkes „Neues Leben“ besuchte Willi Buchwald auf seinen Dienstreisen viele Länder der Erde. Mit Missionar Ernesto Schluckebier, Rio de Janeiro, und Reiseleiterin Anneliese Pauls, Curitiba, führte er 1986 die erste Missionsstudienreise durch Südamerika mit 40 Personen durch. Während der zweiten Reise 1988 besuchten sie Pastor Erich Würfel und seine Frau Celma in Argentinien. Erich Würfel, der bis dato eine Gemeinde in Concordia, 450 Kilometer von Buenos Aires entfernt, geleitet hatte, arbeitete nun vollzeitlich als Evangelist. Er sah mit brennendem Herzen die geistliche Not und die Verlorenheit der Menschen in seinem Land — wie auch auf dem gesamten Kontinent. Aber noch ein anderes Anliegen machte ihm zu schaffen: Wie nämlich könnte man die vielen Straßenkinder erreichen und ihnen ein Zuhause mit christlicher Erziehung geben? Gerne hätte er ein Kinderheim gegründet, aber dazu fehlte das Geld. Und die Gemeinden waren arm. Argentinien befand sich in einer großen wirtschaftlichen Krise. Erich Würfel berichtete der Gruppe, dass gerade ein Grundstück für 30 000 Dollar am Rande der Stadt zum Verkauf angeboten würde. Er fragte, ob das Missionswerk Neues Leben nicht helfen könnte.

Sie besichtigten das fünfzehn Hektar große und ziemlich verwilderte Landstück, auf dem zwei kleine alte Gebäude standen und fragten Willi Buchwald: „Was denkst du denn darüber?“ Er äußerte, dass es ihm sehr gefallen würde, jedoch leider das Geld fehle. Daraufhin fragten ihn einige: „Und was wäre, wenn wir finanziell dazu beitragen würden?“ Er entgegnete: „Das wäre dann ein Zeichen von Gott, dass wir das Grundstück kaufen sollten.“ Da versicherten ihm die Reiseteilnehmer, dass sie das Geld zusammenbringen würden. Daraufhin machten sie sofort eine Anzahlung und schickten den Restbetrag von Deutschland. „Nun hatten wir das Grundstück also erworben; aber wie sollten wir die Folgekosten und das Kinderheim finanzieren? Wir brauchten einen Freundeskreis, der sich hinter dieses Anliegen stellen würde. Ja, es müsste ein Missionswerk gegründet werden, das speziell die Arbeit von Erich Würfel unterstützen und das Kinderheim betreiben würde“, erklärte Willi Buchwald. Anton Schulte, ehemaliger Leiter des Missionswerks Neues Leben, und der Vorstand bejahten dieses Ansinnen. So wurde am 16. Juni 1990 das Missionswerk Neues Leben Süd-Amerika e.V. gegründet. Durch eine großzügige Spende eines Missionsfreundes konnte das Gebäude des Kinderheimes 1991 gebaut werden.

In den Vorstand berufen wurden Willi Buchwald, Anton Schulte und Karl-Heinz Failing, der bis heute als Geschäftsführer tätig ist. Im Jahre 2001 wurde Achim Hilverkus zum 2. Vorsitzenden berufen und 2009 übernahm er den Vorsitz von Willi Buchwald. Ihm folgte 2014 Dr. Hans-Georg Wünch, der von 2010 bis 2014 2. Vorsitzender war, während Achim Hilverkus weiter dem Vorstand als 2. Vorsitzender angehört.

Entwicklung

1990

In Wölmersen/Westerwald wird am 16.06.1990 der gemeinnützige Verein Neues Leben Südamerika mit 19 Mitgliedern gegründet. Unter der Leitung des argentinischen Pastors Erich Würfel wurde das Kinderheim in der Stadt Concordia gebaut und Ende des Jahres 1991 eingeweiht. Anfang 1992 fanden die ersten fünf Kinder aus Elendsvierteln hier ein neues Zuhause.

1997

Durch den Kontakt zu Erich Würfel fanden immer mehr Menschen in einem riesigen Armenviertel zum Glauben. Circa 6 km vom Kinderheim entfernt kaufte man ein Grundstück und baute aus Blech eine Versammlungshalle, um Kinderstunden und Gottesdienste abzuhalten. Über 12.000 Kinder lebten dort in ärmsten Verhältnissen. Samstags wurden an die Straßenkinder belegte Brötchen und Kakao ausgegeben.

2004

Viele junge, notleidende Mütter waren nicht in der Lage, für ihre Kinder zu sorgen und so kamen immer mehr Anfragen zur Aufnahme von Kindern. Sie wollten, dass es ihren Kindern besser geht und gaben sie ins Heim ab. Daher wurde das bestehende Gebäude mit einem weiteren Neubau auf 50 Heimplätze erweitert.

2008

Die Gemeinde im Armenviertel wuchs und viele Menschen konnten innen keinen Platz finden. Man baute daher eine große Kirche, die bis zu 1.200 Plätze fasst. Samstags kamen ca. 1.000 Kinder zur Kinderstunde, wo sie biblische Geschichten hören und genießen die belegten Brötchen und die Milch. In dem Gebäude finden auch Jugendstunden und Gottesdienste für Erwachsene statt.

2013

Auf dem Gelände des Kinderheimes wird ein funktionales Gebäude mit Bäckerei gebaut. Mit diesen Projekten beabsichtigen wir die Menschen mit sozialer und missionarischer Hilfe nachhaltig zu prägen und zu verändern. Das »Geistliche Zentrum« als Stätte für Gemeindearbeit und Erwachsenenbildung wird tagsüber als Kindertagesheim genutzt. Direkt daneben entstand durch eine Projektspende aus Deutschland die Bäckerei, um für den Eigenbedarf kostengünstig zu produzieren und den älteren Heimkindern Anleitung zur praktischen Mithilfe zu geben.

2015

Die Bäckerei konnte nach einem langen Genehmigungsverfahren im Frühjahr in Betrieb genommen werden. Jeden Tag werden frische Brötchen für das Kinderheim und das Kindertagesheim gebacken. Auch für die Kinderstunde im Armenviertel werden jeden Samstag ca. 1000 Brötchen gebraucht.