Wir nehmen Abschied von Anton Schulte


Anton Schulte bei unserem 20-jährigen Vereinsjubiläum im Juni 2010

Wir nehmen Abschied von Anton Schulte, Gründungsmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied bei Neues Leben Süd-Amerika e.V.

 

Anton Schulte

* 20. August 1925    † 26. Dezember 2010

 

Seit den frühen 1950er-Jahren gehörte Anton Schulte zu den bekanntesten Evangelisten Deutschlands. Zu seinen Großevangelisationen strömten vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren Tausende Besucher. Seine volksnahe Art des Predigens und seine hohe Popularität brachten ihm u. a. den Spitznamen „der deutsche Billy Graham“ ein.

Vor seiner Hinwendung zum christlichen Glauben und seiner Berufung zum Evangelisten, absolvierte der gebürtige Bottroper zunächst eine Lehre zum Müller. 1943 wurde er als 17-Jähriger zum Kriegsdienst eingezogen und geriet Ende des Zweiten Weltkriegs in britische Kriegsgefangenschaft. Bis Januar 1949 lebte er als kriegsgefangener Landarbeiter in Schottland, wo der damals überzeugte Agnostiker durch den Kontakt zu einheimischen Christen 1948 zum Glauben an Jesus Christus fand.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete Anton Schulte zunächst in Düsseldorf in seinem erlernten Beruf, bis er sich von 1949 bis 1951 an der Bibelschule Wiedenest zum Evangelisten ausbilden ließ. Eine erste Anstellung fand er danach beim Jugendevangelisationswerk „Jugend für Christus“ (JFC).

Anton Schulte galt Zeit seines Lebens als Visionär und Pionier, wenn es um neue Formen und Wege für die Verkündigung des Evangeliums ging. So war er zum Beispiel der erste deutsche Evangelist, dessen Rundfunksendungen ab Dezember 1953 wöchentlich über Radio Monte Carlo ausgestrahlt wurden.

1954 gründete Anton Schulte den „Verein evangelistisches Jugendwerk“, der wenig später in „Neues Leben“ umbenannt wurde, und aus dem bis heute zahlreiche eigenständige Werke (u. a. in Österreich, der Schweiz, Kanada, Neues Leben Süd-Amerika e.V. und Neues Leben Indonesien e.V.) hervorgegangen sind. Das Credo seines vielfältigen Wirkens formulierte er stets mit den Worten: „Wer die Form bewahren will, verliert den Inhalt.“

Darüber hinaus war Anton Schulte ein geschätzter Impulsgeber für zahlreiche weitere christliche Werke in Deutschland, u. a.  gehörte er 1959 zu den Mitinitiatoren des Evangeliums-Rundfunks (ERF) in Wetzlar.

Bereits früh entstand neben der Radiomission und der klassischen Evangelisationsarbeit in Zelten und Kongresshallen eine ausgedehnte Schriftenmission mit Traktaten und Büchern. 1956 veröffentlichte er die erste Ausgabe der Zeitschrift „Neues Leben“, die heute als christliches Ratgebermagazin erscheint.

1969 entwickelte Schulte die Telefonkurzpredigt, die von rund 2 Millionen Anrufern gehört wurde. Pastor und Motorradprofi Helmfried Riecker gründete 1971 unter dem Dach von „Neues Leben“ das Missionswerk „SRS - Sportler ruft Sportler“. Ziel des seit 1987 eigenständigen Vereins ist die seelsorgerliche und fachliche Begleitung und Förderung von Amateur- und Profisportlern. Darüber hinaus bot Neues Leben in den siebziger Jahren unter der Leitung des damaligen Geschäftsführers Herbert Müller erste Urlaubsreisen unter dem Motto „Urlaub unter Gottes Wort“ an, woraus später die Arbeit von „Neues Leben Reisen“ hervorging.

1985 wurde das Theologische Seminar Neues Leben eröffnet, das in den Räumlichkeiten des Neues Leben-Zentrums (erbaut 1973) beheimatet ist. Bis heute wurden hier rund 700 Männer und Frauen für den Missions- und Gemeindedienst ausgebildet.

1986 stieg Neues Leben in die Fernseharbeit ein, die heute von „Neues Leben Medien“ verantwortet wird und schon zahlreiche Sendekonzepte umgesetzt hat. Zurzeit wird die Magazinsendung „Hautnah – Gott mitten im Leben“ wöchentlich u. a. über Bibel TV und ERF1 ausgestrahlt.

Seit einigen Jahren veranstaltet das Werk in den Sommermonaten zahlreiche Jugend- und Familienfrei-zeiten, zu denen jedes Jahr rund 1.000 Personen kommen. Im Sommer 2010 wurde das jüngstes Neues Leben-Projekt verwirklicht: Mit dem „CampWest“ wurde ein Feriendorf auf dem Neues Leben-Gelände errichtet.

1992 zog Schulte sich aus der verantwortlichen Leitung des Werkes zurück. Heute wird das Werk von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet. Zu ihm gehören neben seinen beiden Söhne Peter und Wilfried Schulte auch Olaf Becker als Geschäftsführer, Klaus Schmidt, dem Rektor des Theologischen Seminars, sowie dem Evangelisten Markus Pfeil.

Der Tod seiner Frau Hermine 1988 war für den Evangelisten ein schwerer Verlust. Doch drei Jahre später lernte er auf Korsika die ebenfalls verwitwete Heidi Kühnel kennen, die er am 6. Dezember 1991 heiratete.

In den letzten Jahren lebte das Paar abwechselnd in Balve im Sauerland und auf der Kanaren-Insel Lanzarote, deren Klima dem an Asthma erkrankten Evangelisten zu gesundheitlicher Besserung verhalf.

Bis zuletzt leiteten und betreuten Anton und Heidi Schulte die Arbeit von Neues Leben Indonesien, wo das Werk eine Schule mit 300 Schülern unterhält. Wann immer seine Gesundheit es zuließ, predigte Anton Schulte zudem in seiner Gemeinde in Balve und auf Lanzarote.

Anton Schulte hinterlässt seine Ehefrau Heidi, zwei Söhne und zwei Schwiegertöchter, zwei Stiefkinder, sowie dreizehn Enkel und vier Urenkel.

Missionswerk Neues Leben

Wölmersen, 28. Dezember 2010

www.anton-schulte.de